Tomaten ausgeizen: Wann und wie richtig?
RatgeberTomaten & Paprika 0 AntwortenGestartet am
gartenforum-teamTeam
6 Beiträge
Stabtomaten solltest du von Juni bis August etwa einmal pro Woche ausgeizen: Die kleinen Seitentriebe in den Blattachseln brichst du aus, solange sie noch drei bis fünf Zentimeter lang sind. So steckt die Pflanze ihre Kraft in wenige, große und früher reife Früchte.
Was sind Geiztriebe?
Geiztriebe wachsen genau im Winkel zwischen Haupttrieb und Blattstiel. Lässt man sie stehen, wird jede Tomate zu einem dichten Busch mit vielen kleinen Früchten, die im Herbst oft nicht mehr ausreifen. Außerdem trocknet ein dichter Busch nach Regen langsamer ab – das fördert die Kraut- und Braunfäule.
Welche Tomaten ausgeizen?
- Stab- und Fleischtomaten (hohe, einstängelig gezogene Sorten): ja, regelmäßig.
- Cocktail- und Kirschtomaten an Stäben: ja, man kann aber zwei Triebe stehen lassen.
- Busch-, Balkon- und Wildtomaten: nicht oder nur wenig ausgeizen, sie sind auf viele Triebe ausgelegt.
So gehst du vor
- Am besten vormittags bei trockenem Wetter ausgeizen, dann trocknen die kleinen Wunden schnell ab.
- Den Geiztrieb mit Daumen und Zeigefinger seitlich wegknicken. Bei größeren Trieben ein sauberes, scharfes Messer verwenden.
- Kontrolliere die ganze Pflanze von unten nach oben, auch im unteren Bereich wachsen ständig neue Triebe nach.
- Ab Ende Juli bis Anfang August die Spitze des Haupttriebs über dem obersten Blütenstand kappen. Neue Blüten würden bis zum ersten Frost keine reifen Früchte mehr bringen.
Häufige Fehler
Der klassische Fehler ist, einen Blütenstand mit einem Geiztrieb zu verwechseln. Blütenstände wachsen direkt aus dem Stängel zwischen zwei Blättern, nicht aus der Blattachsel. Ein zweiter Fehler: zu lange warten. Wer daumendicke Seitentriebe entfernt, hinterlässt große Wunden und schwächt die Pflanze.
Tipp: Kräftige Geiztriebe von gesunden Pflanzen bewurzeln in einem Glas Wasser innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bis Anfang Juni gesetzt, bringen sie noch eine späte Ernte.
0